Radeln in Ostfriesland
Mit dem Fahrrad durch Ostfriesland
Ganz im Nordwesten Deutschlands liegt eine besonders gut fürs Radfahren geeignete Region: Ostfriesland. Flache Landschaft soweit das Auge reicht, Hügel ist es hier quasi keine. Ostfriesland wird im Norden von der Nordsee begrenzt, im Süden grenzt das Emsland und das Oldenburger Land an die Ferienregion Ostfriesland. Es handelt sich um den östlichen Teil der Landschaft „Friesland“, die sich heute als Westfriesland in den Niederlanden und als Ostfriesland in Deutschland erstreckt. Ostfriesland ist ein ehemaliges Fürstentum, das später preußisch wurde, zwischenzeitlich zu Hannover gehört, und in diesen Ausdehnungen als Regierungsbezirk in Niedersachsen bis 1978 bestand.
Die Menschen hier leben seit Jahrhunderten von der Fischerei. Die nahe Nordsee sorgte für Einkommen und Bedrohung zu gleich. Schwere Sturmfluten haben immer wieder die Küste bedroht. Mit dem Aufkommen des Sommertourismus ist auch Ostfriesland eine beliebte Ferienregion geworden. Auf den Nordseeinseln wird teilweise schon seit 1797 offiziell gebadet. Das ostfriesische Festland ist dagegen hervorragend für einen Radurlaub geeignet.
Rund 4.000 Kilometer Radwege stehen hier zur Verfügung. Es sind ausgedehnte Mehrtagestouren möglich, genauso wie kürzere Etappen, die sich gut für einen Tagesausflug eignen.
Profiradler und Mountainbiker können in Ostfriesland genauso auf ihre Kosten kommen wie Familien, Gelegenheits- oder Freizeitradler. Wer möchte, kann sich von ausgewiesenen Routen leiten lassen. Aber auch sonst werden sie sich nicht verfahren. Ostfriesland zählt nicht nur wegen der Landschaft zu den besten Zielen für einen Fahrradurlaub. Ostfriesland verfügt über eines der am besten ausgeschilderten Radwegenetze in Deutschland. In allen Orten finden sie Wegweiser, die auf die nächsten Streckenabschnitte hinweisen. Unterwegs helfen Zwischenwegweiser auf dem rechten Weg zu bleiben. Kann geht es mit dem Wind im Rücken vorbei am Meer, an einem der zahlreichen Kanäle oder um die kleinen Seen in Ostfriesland.
Wenn sie sich gerne ein wenig leiten lassen, stellen wir ihnen ein paar schöne Routen kurz vor. Mit einer Karte im Gepäck macht es aber auch immer Spaß einfach mal drauflos zu fahren. Unterwegs hilft immer die nächste Touristeninformation weiter. Dort sind auch die neuesten Radkarten erhältlich.
Tagestour im Jeverland
Die Ferne-Fürsten-Tour ist 49km lang und ist eine ideale Tagestour. Ausgangsort ist Jever, der Weg führt anschließend in das Umland. Die Tour startet in Jever und führt in das Umland der Stadt. Die Region um Jever, Jeverland, war von 1667 bis 1793 zum Fürstentum Anhalt-Zerbst gehörig. Ein ferner Fürst eben. In Jever starten sie zunächst an den Graften entlang und dann in Richtung Wittmund. Außerhalb der Stadt folgen sie der ehemaligen Bahntrasse in Richtung Harlesiel. Unterwegs liegen schmucke friesische Dörfer wie Große Scheep und Tettens. In Tettens lohnt eine kleine Pause. Die Dorfkiche ist eine Besichtigung wert. Weiter geht es nach Zillerns, das auf einem künstlichen Hügel liegt. Es folgen Neugarmsiel, Carolinensiel und schließlich Friederiekensiel. Ab hier heißt es umkehren. Über Hohenkirchen führt der Weg zurück nach Jever.
Rad up Pad
Ein großes Stück Ostfriesland lässt sich auf der Radtour „Rad up Pad“ erleben. Die Rundtour führt auf 290 km Länge durch Emden und den Kreis Aurich und damit durch weite Teile des westlichen Ostfriesland. Moorlandschaften, Geest und Marsch wechseln einander ab, die Route führt durch kleine Dörfer und viel Natur. Startpunkt ist die Hafenstadt Emden. Der Hafen heißt hier Delft und zeugt von langer Seefahrertradition. Einen Besuch wert sind die Emden auch die Kunsthalle oder das Landesmuseum.
Erstes Etappenziel ist der kleine Fischerort Greetsiel, der ungefähr 15 bis 20 Kilometer von Emden entfernt liegt. Greetsiel blickt auf eine Geschichte von 650 Jahren zurück. Alte Giebelhäuser und der Fischereihafen mit seinen Krabbenkuttern und Segelbooten prägen den Ort.
Die Tour führt anschließend weiter nach Marienhafe. Markant ist der Kirchturm im Ort. Es heißt, der Seeräuber Störtebeker fand hier Unterschlupf. Nächstes Etappenziel ist Norden-Norddeich. Die ostfriesische Stadt Norden feierte 2005 ihren 750. Geburtstag. Damit gilt sie als die älteste Stadt von Ostfriesland. Per Fähre kann von hier aus Norderney erreicht werden. Bis Dornum führt die Radroute immer am Deich und der Küste entlang. Dort locken zwei Burgen und die mittelalterliche Kirche.
Nach Dornum geht es landeinwärts in Richtung Marcardsmoor und Wiesmoor vorbei. Unterwegs folgt man dem Ems-Jade-Kanal. Diese Kanäle waren früher die wichtigsten Handelswege im unwegsamen Moorgelände. Der Luftkurort Wiesmoor ist vor allem aufgrund seiner Gewächshäuser bekannt. „Blumenbeet von Ostfriesland“ nennt man den Ort auch. Mehr als 50 Gärtnereibetriebe sorgen hier für reichlich Pflanzennachwuchs. Von Wiesmoor aus geht es weiter durch die Region Großefehn. Das „Fünf-Mühlenland“ zeigt Ostfriesland von seiner alten Seite. Fünf restaurierte Galerie-Holländerwindmühlen landen zum Stopp ein. Im Ortsteil Spetzerfehn steht eine Windmühle, die sogar noch heute in Gebrauch ist. Auf dem letzten Stück der Tour zurück nach Emden sollten Naturbegeisterte einen Abstecher nach Ihlower Forst einplanen. In dem Naturwald können Sie uralte Linden und Eichen bestaunen.